Sattellage

Jedes Pferd ist anders.

Und jedes Pferd hat einen passenden Sattel verdient!

Es gibt zwar innerhalb einer Rasse gewisse Ähnlichkeiten, allerdings kann man dies nie verallgemeinern!

Vor allem bestimmte Sättel, die angeblich auf eine bestimmte Rassen passen (Haflingersättel, ...) sind gefährlich. Denn auch sie passen lange nicht auf jeden Haflinger. Zum einen hat man da schon das Problem mit der Ortweite. Nicht alle Haflinger sind gleich breit. Genauso wenig wie jeder Hannoveraner gleich breit ist. Der eine hat etwas mehr Vollblut, der andere ist eher ein etwas schwerer Typ. Aber auch vom Typ kann man das nicht unbedingt abhängig machen.

Auch der Schwung des Rückens ist innerhalb einer Rasse keinesfalls gleich. Der eine hat einen kurzen geschwungenen Rücken. Der nächste langen und geraden. Der übernächste hat einen langen sehr geschwungenen Rücken. Und der übernächste einen kurzen geraden. Hier kann NIEMALS ein Sattel für alle passend sein!

 

Einen Sattel für mehrere Pferde gleichzeitig zu nutzen, ist unsinnig. Das mag in Ordnung sein, wenn man ein Pferd Probe reitet und man einen Sattel hat, der auf einem sehr ähnlichen Pferd liegt. Ein Dauerzustand sollte dies aber keinesfalls sein.

Die Polsterung soll sich anpassen. Das kann sie aber nur auf EIN Pferd. Es soll nicht umgekehrt sein: dass sich die Muskulatur des Pferdes an den Sattel anpasst...

 

Es reicht leider auch nicht aus, den Sattel nur nach der passenden Ortweite auszusuchen. Einen passenden Sattel machen noch sehr viel mehr Faktoren aus. Genaueres finden Sie unter PASSFORM.

 

Die Sattelkissen müssen zur Länge und Beschaffenheit des Pferderückens passen. Und das im Längs- und Querschwung. Sprich, der Sattel darf weder zu gerade sein und somit eine Brücke bilden. Noch darf er zu geschwungen sein und kippeln. Bei beiden Varianten des unpassenden Sattels wird die Auflagefläche stark verkleinert und es entstehen starke Druckpunkte.

 

Die Kammerweite richtet sich nach der Schulterbreite des Pferdes. Korrekterweise heißt die Kammerweite eigentlich Ortweite, da der Abstand zwischen den beiden Ortsspitzen des Kopfeisens gemessen wird. Es hat sich lediglich der Name "Kammerweite" eingebürgert. Zwischen Sattelkammer und Widerrist müssen mindestens zwei Finger (besser drei Finger) aufgestellt hinein passen, wenn der Reiter im Sattel sitzt. Das heißt aber noch nicht, dass die Ortweite dann für das Pferd passend ist. Das bedeutet nur, dass der Widerrist nach oben genügend Platz hat. Sollte ein Sattel dem Widerrist zu nahe kommen oder gar aufliegen, kann es sein, dass die Ortweite zu weit ist. Häufig ist es jedoch so, dass der Widerrist des Pferdes einfach nicht zum Sattel(baum) passt. Dann muss man nach einem Sattel mit mehr Polstervolumen schauen, damit der Widerrist bei passender Ortweite trotzdem frei bleibt. Oder nach einem Sattel, der vom Baum her anders geformt ist und so dem Widerrist schon mehr Platz lässt.

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